Game over, flying triangles und anderer Schickimicki

Das wöchentliche Training bietet allerlei Optionen und Perspektiven auf Jiu Jitsu. Eine ordentliche Unterrichtsstruktur beleuchtet Themen in einem nachvollziehbaren Rhythmus und wechselt dann das Thema, wenn es Zeit für neue gedankliche Impulse wird. Dies geschieht, je nach Frequenz der Trainingseinheiten in einem Club nach mehreren Wochen. Muss auch. Denn: es gibt so unglaublich viel zu lernen, zu sehen, zu probieren und zu erfahren, dass man unmöglich an einem großen Thema deutlich länger festhalten sollte. Unweigerlich kommt es immer wieder zu Einflüssen, die gerade sehr populär die Szene durchstreifen. Vor Jahren butterfly, berimbolo, heutzutage das böse, böse leglock Spiel. Alles super spaßig und auch dringend zu beachten. Doch etwas darf bei diesen ganzen witzigen und auch spannenden Inhalten nicht auf der Strecke bleiben für alle Rollenden: die basics. Man sieht Menschen, die wie eine hitzesuchende Rakete eindimensional relativ solide entwickelte Teilaspekte des Großen und Ganzen verfolgen, sich aber kaum mit den basics beschäftigt haben. Beispiel gefällig? Durch das leglock Fieber springt jeder begeisterte white belt Richtung Füße und versucht so die schnelle Abkürzung zu finden. Legitim, kann man machen. Wenn aber diese Optionen fehlschlagen bleibt dem namenlosen white belt nichts übrig, denn einen guard pass verhindern oder Auswege aus side control und mount zu finden… dafür wurde keine Energie aufgewendet. Nun mag diese Ansicht etwas old schoolig sein, doch wie Draculino propagiert: „old school is the best school.“ Daher die Motivation an euch wild trainierenden Jiu Jitsu maniacs: widmet euch in den kommenden Wochen verstärkt den grundlegenden Fragen des Sports. Escape von mount, escape von side control, guard pass gegen die großen Positionen… Fragt euren Professor, schaut online, fragt die höhergraduierten in eurem Team. Kommt eine halbe Stunde früher ins Gym, bleibt im Anschluss noch 30 Minuten. Geht auch mal raus in ein anderes Gym, holt euch ein bisschen frischen Input und saugt Infos von Aussenstehenden. Nur wenn die basics gut sind kann man auf dem soliden Fundament ein schönes Haus bauen. Ein schwarzes Haus ohne Fenster, das die Seelen der Ungläubligen verschlingt und sie im ewig brennenden Zirkel der knee on belly Hölle quält.

 

Eine super Woche auf der Matte, oss!